Theaterstück
© Corinne Othenin-Girard 2016/7 und 03.2020
Tümpel aus Buchstaben
Einakter
Personen:
THE PROFESSOR(H):
AUTORIN UND REGISSEURIN(D)
MR/MS ESTATE OF PERFORMING RIGHTS“(H oder D):
JUNGE
Kurze Synopsis
Auf einer verschiebbaren Bühnenlandschaft mit drei namenlosen Gräbern und einem halb abgestorbenen Baum begegnen wir einem Jungen, einem Professor mit Aphasie und einer sichtbar anwesenden Autorin/Regisseurin. Der Junge vertreibt sich die Zeit, wartet auf den Beginn der Vorstellung und wird zum Vermittler zwischen Bühne und Publikum. Der Professor, eine verletzliche wie widerständige Figur, ringt öffentlich mit Sprache, Denken und den Zuschreibungen einer Gesellschaft, die Abweichung als Defekt liest. Seine Sprechpausen, Wortsplitter und philosophischen Exkurse legen frei, dass Denken nicht an flüssige Sprache gebunden ist.
Das Stück kippt zunehmend ins Metatheatrale: Die Autorin versucht, Kontrolle über Text und Ablauf zu behalten, während der Professor sich gegen Bevormundung und Fremdbestimmung wehrt. Mit dem Auftritt von „The Estate of Performing Rights“ eskaliert der Machtkampf um Autorschaft, Deutungshoheit und die Frage, wer sprechen darf – und wie. Am Ende bleibt der Professor denkend auf der Bühne zurück: sprachlich fragmentiert, aber geistig ungebrochen.